Wohnungsmarktbericht NRW 2017

Wohnungsmarktbericht NRW 2017  55 Entwicklung des Wohnungsangebots 54 Wohnungsmarktbericht NRW 2017 Entwicklung des Wohnungsangebots Abb. 3.3.11: Bauintensität für Ein-/Zweifamilienhäuser 2016 (fertiggestellte Wohnungen je 10.000 Einwohner) bis 5 (70) 6 bis 10 (104) 11 bis 15 (80) 16 bis 20 (63) 21 bis 25 (25) mehr als 25 (54) NRW: 9,3 Daten: IT.NRW (Bautätigkeitsstatistik) NRW.BANK 2017 Ursache dieser Entwicklung dürfte zum einen die ins­ gesamt rückläufige Anzahl der Familien sein (Kap. 1.3), der wichtigsten Zielgruppe des klassischen Einfamilien- hauses. Dazu kommt, dass aus Altersgründen immer mehr Bestandseigenheime an den Markt kommen. Diese finden sich zudem oft in zentraleren und damit begehr- teren Lagen als die Neubaugebiete. Landesweit findet deshalb ein immer größerer Anteil des Eigenheimerwerbs nicht mehr durch Neubau (19%) oder Ersterwerb (6%), sondern durch den Kauf von Bestandsobjekten (75%) statt (Abb.3.3.10). In den wenigen Regionen, wo die Familienzahl wächst – das sind in erster Linie die Schwarmstädte und deren Umland –, steigt zwar auch die Nachfrage nach Neubau- Eigenheimen. Diese lässt sich aber nur zum Teil umsetzen, da der konkurrierende Geschosswohnungsbau aufgrund seiner höheren Flächeneffizienz von Kommunalverwal- tungen und Immobilienentwicklern bevorzugt wird. So ist die Bautätigkeit vor allem außerhalb der Großstädte intensiv (Abb. 3.3.11). Besonders fallen dabei das Münsterland (flächendeckend starker Einfamilienhaus- bau, besonders im Kreis Steinfurt) und das südliche Rheinland zwischen Köln und Aachen ins Auge. Aber auch in diesen Regionen hat der Neubau von Einfamilien- häusern zuletzt eher ab-, der von Geschosswohnungen eher zugenommen. Viele der in den 1960er- bis 1970er-Jahren entstandenen Wohnhochhäuser gelten heute als wenig gefragte Adressen. Das liegt an sozialen und Image­ problemen, aber auch an hohen Nebenkosten infolge veralteter Wärme- dämmung und Haustechnik. Auch der achtstöckige Hochhauskomplex am Bottenbruch in Mülheim an der Ruhr hatte – trotz gut angebundenem Standort – lange Zeit mit hohem Leerstand zu kämpfen. Die Eigentümerin, die städtische Service- Wohnungsvermietungs- und -baugesellschaft mbH (SWB) hat sich daher zu einem radikalen Umbau entschlossen: Die vier oberen Geschosse wurden etappenweise abgetragen; Fassade und Haus- technik erneuert und die verbliebenen 48 Wohnungen modernisiert, barriere- frei umgebaut und mit Balkonen versehen. Zusätzlich entstanden gemein- schaftlich nutzbare Atrien. Rentierlich wurden Abriss und Modernisierung – trotz weiterhin bezahlbarer Mieten – mithilfe der günstigen Darlehen und Tilgungsnachlässe aus der sozialen Wohnraumförderung des Landes. Rückbau und Modernisierung eines Hochhauses

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