Wohnungsmarktbericht NRW 2017

Wohnungsmarktbericht NRW 2017  47 Entwicklung des Wohnungsangebots 46 Wohnungsmarktbericht NRW 2017 Entwicklung des Wohnungsangebots Zuletzt wieder mehr Bauland für Eigenheime verkauft, nicht aber in den Großstädten Nähere Erkenntnisse zu regionalen Preistrends lassen sich aufgrund der vielen Verkäufe besser aus den Daten für Einfamilienhaus-Grundstücke ableiten. Nach einer Phase sinkenker Umsätze hat die Finanzmarkt- krise ab dem Jahr 2009 auch den Markt für Eigenheim- grundstücke belebt. Anders als im Geschosswohnungs- bau waren die Verkäufe seit 2011 jedoch wieder rück- läufig (Abb. 3.2.3). Hauptgrund ist wohl die Bauland- knappheit in den Regionen mit hoher Nachfrage, ins­ besondere in den Großstädten, und die zunehmende Konkurrenz des Geschosswohnungsbaus. In den Regionen mit hohem Wachstumsdruck (Rheinschiene, Münster, Ruhrgebiet) gingen die Transaktionen besonders deutlich zurück und haben auch nach den grundsteuerbedingten Schwankungen (2012, 2015) nicht mehr das vorige Niveau erreicht. In den Kreisen hingegen sind die Flächen­ reserven größer und der Nachfragedruck beziehungsweise die Preise, die zum Flächensparen zwingen, meist geringer. Baulandpreis für Eigenheime steigt in fast allen Regionen, aber Dynamik bleibt sehr unterschiedlich Die wachsende Nachfrage bei immer weniger Angebot hat und wird die Bodenpreise in vielen Regionen weiter steigen lassen. Im Landesdurchschnitt ist das Bauland für Ein- und Zweifamilienhäuser in zehn Jahren seit 2007 um 5,9 Prozent (+0,6% p. a.) teurer geworden; zuletzt verstärkte sich der Anstieg noch einmal (seit 2013: 2,6% p. a.). Besonders dramatisch stiegen die Preise in den Großstädten (Abb. 3.2.4), wo sie seit 2007 um ins- gesamt 21,7 Prozent zulegten (seit 2015: +5,4%). Spitzen- reiter ist die Rheinschiene, wo die höchste Nachfrage auf die geringsten Flächenreserven trifft: In Düsseldorf, Bonn und Köln stiegen die Preise seit 2007 zwischen 48 und 58 Prozent. Aber auch die wirtschaftsstarken Kreise verbuchten überdurchschnittliche Zuwächse – vor allem Teile des Münsterlands, das vordere Ostwestfalen und der Raum zwischen Köln und Aachen (Abb. 3.2.5). In vielen nachfrageschwachen Regionen wie der Eifel, Oberberg, Südwestfalen und dem östlichen Ostwest­ falen hingegen waren die Preise in den vergangenen Jahren stabil, in zwölf Gemeinden sogar noch rückläufig. Insgesamt hat sich in diesem Zeitraum die Kluft zwischen teuren und günstigen Regionen weiter vergrößert. Die höchsten Preise wurden im Jahr 2016 in den Groß- städten der Rheinschiene (Düsseldorf 680 €/m 2 , Köln 500 €/m 2 ) sowie deren Umland bezahlt (Abb. 3.2.6). Auf hohem Niveau liegen auch die Universitätsstädte Münster (400 €/m 2 ) und Aachen (350 €/m 2 ). Für unter 100 €/m 2 gibt es Bauland nur noch in den peripheren Bereichen der Eifel, Südwestfalens und im östlichen Ostwestfalen-Lippe. Abb. 3.2.5: Bauland für Einfamilienhäuser: Preisentwicklung 2013–2016 Abb. 3.2.6: Bauland für Einfamilienhäuser: Preisniveau 2016 rückläufig (20) konstant (±2%) (154) bis +5% (54) bis +10% (87) bis +15% (49) mehr als +15% (32) NRW (gewicht.): +2,6% bis 50 €/m 2 (19) 51 bis 100 €/m 2 (110) 101 bis 150 €/m 2 (116) 151 bis 200 €/m 2 (79) 201 bis 250 €/m 2 (31) 251 bis 300 €/m 2 (22) über 300 €/m 2 (19) NRW (gewicht.): 163 €/m 2 Daten: OGA NRW (Kaufpreissammlung) NRW.BANK 2017 Daten: OGA NRW (Kaufpreissammlung) NRW.BANK 2017 kreisfreie Städte Kreise NRW Abb. 3.2.3: Bauland für Einfamilienhäuser: Entwicklung der Kauffälle in den Kreisen und kreisfreien Städten 18.000 16.000 14.000 12.000 10.000 8.000 6.000 4.000 2.000 0 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Daten: OGA NRW (Kaufpreissammlung) NRW.BANK 2017 verkaufte Grundstücke Großstädte Kommunen < 100.000 Einwohnern NRW Abb. 3.2.4: Bauland für Einfamilienhäuser: Preisentwicklung 125 120 115 110 105 100 95 90 85 80 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Daten: OGA NRW (bearbeitet) NRW.BANK 2017 Index (Basis 2007 = 100)

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